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„Urlaub zuhause“ löst neuen Trend aus

Ein Strandkorb im Garten holt das Meer ans Haus

An den deutschen Stränden der Nord- und Ostsee herrscht zuweilen eine steife Brise. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier, an den heimischen Stränden und Seebädern, ein Möbelstück wie der Strandkorb so zahlreich vertreten ist, dass es Kultstatus erreicht hat. 

Allgemeine Zeitung

Foto: Photo by Waldemar Brandt on Unsplash

Seit Anfang des letzten Jahrhunderts nutzen Badegäste Strandkörbe dazu, um sich in den norddeutschen Küstenregionen vor Seewind und Sonnenbrand zu schützen.

Es liegt auf der Hand, dass der Strandkorb zukünftig Einzug in die heimischen Gärten abseits der beiden Meere halten wird. Erstklassige Strandkörbe sind gut verarbeitet und stehen auch als Gartenmöbel ihren Mann. Sie sind ein Hingucker und erfüllen problemlos die Anforderungen, welche an Gartenstühle, Liegestühle und Hollywood- Schaukeln gestellt werden. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Größen, verschiedenen Farben und differenzierter Ausstattung. Insbesondere in Zeiten, in denen der „Urlaub zuhause“ gezwungenermaßen in Mode gekommen ist, schafft ein Strandkorb ein angenehmes Ferienfeeling.

Der Strandkorb, ein Möbelstück als Sinnbild für Watt- und Boddenküste

Als Erfinder des Strandkorbs gilt der Lübecker Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann. Laut Entstehungsgeschichte baute er in seiner Rostocker Werkstatt im Jahre 1882 für eine an Rheuma erkrankte ältere Dame eine schützende Sitzgelegenheit für den Strand. Aus Weiden- und Rohrgeflecht schuf Bartelmann daraufhin einen Strandstuhl genannten Einsitzer. Diesen entwickelte er schnell weiter und binnen kurzer Zeit stellte er einen Zweisitzer vor. Er versah ihn mit Details wie Seitentischen, Fußstützen und Markise. Es war dieser Prototyp, welcher in wenigen Jahren die Strände der Nord- und Ostsee eroberte.

Wie so einige andere Erfinder der damaligen Zeit war Bartelmann ein schlechter Geschäftsmann und erst die Idee seiner Ehefrau Elisabeth brachte den verdienten wirtschaftlichen Erfolg. Sie eröffnete 1883 am Leuchtturm von Warnemünde den ersten Verleih und inserierte im Allgemeinen Rostocker Anzeiger. Die Nachfrage explodierte und bis zur Jahrhundertwende konnte Frau Bartelmann Filialen in sechs weiteren Seebädern einrichten. Die immer weiter entwickelten Produkte verbreiteten sich schließlich ab 1900 an der gesamten Nordseeküste, um die immer zahlreicher werdenden Badegäste vor Wind und Sonne zu schützen.

Strandkörbe für jeden Geschmack

Die Grundstruktur des Bartelmannschen Zweisitzers gibt bis heute die Form der modernen Strandkörbe vor. Zwar entwickelten sich die Modelle an der Nordsee etwas kantiger als die geschwungenen Ausführungen des Ostseetyps. Beide bestehen aber weiterhin aus den vier selben Basiselementen, welche immer noch teilweise in Handarbeit gefertigt werden. Bock wird das Gestell inklusive der beiden Seitenteile genannt. Dazwischen befindet sich die Sitzfläche. Das Oberteil wurde früher aus Rattan gefertigt, heute findet aus Gründen der Haltbarkeit zunehmend Polyrattan Verwendung. Das absenkbare Rückenteil ermöglicht die Auswahl zwischen Sitz- und Liegegelegenheit.

Zu einigen Veränderungen kam es trotzdem. Vor allem die Werkstoffe sind heute oft moderne Kunststoffe, abwaschbar, pflegeleicht und von langer Lebensdauer. Die Angebotspalette wurde erweitert und heute gibt es Modelle für mehrere Personen. Ein Rekord besagt, dass der größte Strandkorb der Welt 91 Erwachsene aufnehmen kann!

Insbesondere die farbliche Gestaltung tritt heute facettenreicher als zu Ursprungszeiten in Erscheinung. Bunte Polsterbezüge in modernem

Design lockern die Uniformität in Form von Streifen- und Karomustern auf. Den Wünschen der Kunden sind in dieser Hinsicht keine Grenzen gesetzt.

Ein Strandkorb im Garten – der coole Alleskönner

So überrascht es nicht, dass heute selbst Großstädter im Binnenland einen Strandkorb kaufen, um auf der Veranda, dem Garten oder dem Balkon auch bei schlechtem Wetter frische Luft zu genießen. Der Aufbau ist schnell erfolgt und es wird täglich ermöglicht, sich von der Hektik des Alltags zu erholen, ohne von den Nachbarn auf Schritt und Tritt beobachtet zu werden. Zwar hat ein Strandkorb durchaus seinen Preis, dieser relativiert sich jedoch angesichts der langen Lebensdauer. Unterschieden wird zwischen Strandkörben privater und gewerblicher Nutzung. Die Preisskala für erstere beginnt bei 300,00 € und steigt dann gemäß Ausstattung. Für die robusten gewerblichen Modelle, die sich selbstredend auch für Campingplätze eignen, sind mindestens 800,00 € zu bezahlen, gute gebrauchte Modelle finden Sie aber schon für 600,00 €. In Anbetracht der Einsparungen aufgrund ausfallender zukünftiger Reisen stellt sich die Investition für einen Strandkorb im Garten als nicht überzogen dar.

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