Tiere

So gestalten Sie Ihren Garten auch im Winter tierfreundlich

Wie Sie Ihren Garten im Sommer so gestalten, dass sich Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Libellen und andere Insekten in ihm tummeln, hat sich inzwischen herumgesprochen. Die Insekten bestäuben die Blüten, sodass aus ihnen Früchte werden können. Ihre Arbeit beschert uns Menschen also eine reiche Ernte und ernährt uns. Wir sorgen vor, kochen ein und bevorraten uns für den Winter. Doch was ist mit all den Tieren im Winter? Vielleicht ist es Zeit, diesen Tieren etwas zurückzugeben.

Allgemeine Zeitung

Foto: Oldiefan / Pixabay

Sind Ihnen alle Tierarten bekannt, die sich in Ihrem Garten - und natürlich auch bei den Nachbarn - aufhalten? Sie wären überrascht, wenn Sie sich die Zeit nehmen, das Leben in Ihrem Garten zu beobachten. Das ist Ihre Vorbereitung, um Ihren Garten tierfreundlich gestalten zu können. Eine weitere Aufgabe ist, es mit der Ordnung nicht mehr so genau zu nehmen. Sie müssen nicht jedes Blatt von den Beeten entfernen und den Rasenschnitt wöchentlich zum Bauhof bringen. Nutzen Sie das Laub und den Rasenschnitt, um die Wurzeln der Obstgehölze und die der Rosen vor Frost zu schützen. Sie bieten damit gleichzeitig unendlich vielen Tieren einen wärmenden Schutz.

Die Nagetiere und das Fallobst

Nagetiere wie Mäuse, Wühlmäuse, Marder, den Maulwurf und die Ratten möchte niemand im Garten haben. Deshalb wird es jeder Gartenbesitzer vermeiden, Körnerfutter oder Früchte für sie auszulegen. Trotzdem sollten Sie das Fallobst ruhig liegen lassen. Käfer, Würmer, Wespen, Vögel und andere Tiere ernähren sich bis zum Winterbeginn davon. Auf dem Rasen sollte das Fallobst natürlich nicht liegen bleiben, aber in einer hinteren Ecke im Garten stört es doch niemanden. Wie Sie Maulwürfe und die anderen Plagegeister auf freundliche Art aus ihrem Garten vertreiben können, verrät Ihnen die Webseite Tiere-online.de.

Die Igel, viele Zweige und ganz viel Laub

Wer im Herbst seine Bäume und Sträucher zurückschneidet, sollte auch diese Zweige den Tieren in einer Gartenecke zur Verfügung stellen. Kippen Sie einen Teil des Laubs und den letzten Rasenschnitt darüber, dann findet eine ganze Igelfamilie unter diesem Haufen ihren Winterschutz. Igel halten nicht durchgehend Winterschlaf. Sie wachen auf, suchen noch einmal nach Futter und verkriechen sich anschließend wieder. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur für Vögel, sondern auch für Igel einen Futtervorrat im Haus zu haben und dieses spezielle Igelfutter in der Nähe des Igelbaus anzubieten. Sie finden es online oder in jedem Tierfuttergeschäft. Ein Tipp: Bieten Sie kein Katzenfutter an, das zieht nur die Katzen aus der Umgebung in Ihren Garten. Die Igel bekommen meistens nichts davon ab.

Wilde Bienen und andere Insekten

Die handelsüblichen Insektenhäuser bieten auch im Winter vielen Insektenarten Schutz, sofern sie entsprechend ausgestattet sind. Je unterschiedlicher die Röhren und Löcher oder Schlitze sind, umso mehr Arten finden dort Unterschlupf. Sie können so ein Insektenhaus (auch Insektenhotel genannt) selbst bauen. Der Nabu bietet dafür sogar spezielle Kurse für die ganze Familie an, damit auch Kinder von klein auf lernen, wie ein Garten tierfreundlich wird. Auch für Schmetterlinge gibt es spezielle Häuschen als Rückzugsort zum Aufhängen. Platzieren Sie diese Häuschen an einem geschützten, halbschattigen Ort in sicherer Höhe vor Fressfeinden.

Frösche und Kröten

Frösche, die im Sommer am und im Gartenteich leben, verfallen in den Monaten von Oktober bis März in eine Winterstarre. Entscheidend dafür ist eine konstante Temperatur unter 10 Grad Celsius. Sobald diese 10 Grad überschritten werden, erwachen sie aus der Winterstarre und werden aktiv. Deshalb kann es vorkommen, dass Ihnen mitten im Winter ein Teichfrosch begegnet. Sie müssen nichts tun. In der Regel futtern sich diese Frösche aber im Herbst ausreichende Energiereserven an. In ihrer Winterstarre benötigen Teichfrösche keine Nahrung. Probleme bekommen sie allerdings bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius.

Im Garten können Sie Fröschen und Kröten helfen, wenn Sie in den feuchten Arealen im Erdreich um den Teich herum viel Laub und dünne Zweige anhäufen. Auch Erdlöcher werden von Fröschen gern als Rückzugsort genutzt. Sie brauchen einen Schutzort, der sie vor Frost und eisigem Wind schützt. Ein offener Komposthaufen bietet dies oder auch hohle Baumstämme in Kombination mit wärmendem Laub.

Blindschleichen und Ringelnattern

Sie glauben nicht, dass es in Ihrem Garten Schlangen und Echsen gibt? Die Blindschleichen sehen aus wie kleine Schlangen, gehören aber zur Familie der Echsen. Die Ringelnatter ist eine schwarze, elegante Schlange mit weißer Zeichnung, die 85 bis 150 Zentimeter lang werden kann. Sie ist völlig ungefährlich und oft gemeinsam mit einige Blindschleichen im Kompost zu finden. Dort überwintern beide auch.

Fledermäuse

Die Fledermaus ist den meisten Menschen etwas unheimlich. Sie hat leider Schwierigkeiten, einen geeigneten Unterschlupf zu finden. Ideal wäre ein ruhiger, dunkler Ort mit rauer Oberfläche an der Decke, wo sie sich festhalten kann. Da dies oft nicht gegeben ist, können Sie sogenannte Schlafsteine unter dem Giebel Ihres Schuppens, des Gartenhäuschens oder auf Ihrem Dachboden anbringen.

Vögel

Leider werden oft nur Meisen mit entsprechendem Futter im Garten versorgt. Meisenknödel und Sonnenblumenkerne sind das am häufigsten gekaufte Vogelfutter. Dabei gibt es in Deutschland über 250 Brutvogelarten, die alle im Winter Futter suchen. Vor allem aber sollten Sie Vögel erst bei Frost füttern. Bis dahin finden Vögel genügend andere Nahrung. Wichtig ist, dass der Futterplatz sauber bleibt. Entfernen Sie Futterreste und Kot. Die optimalen Fütterungszeiten sind für alle Vögel früh morgens bei Tagesanbruch oder kurz vor Anbruch der Dämmerung.

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