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Finanzen

Tipps für die Altersvorsorge

“Die Rente ist sicher” - Dieser berühmte Satz von Norbert Blüm, seines Zeichens Arbeitsminister, ist sicherlich jedem im Gedächtnis geblieben.
Doch gilt dies noch? Wie geht Altersvorsorge richtig?

Allgemeine Zeitung

Foto: Photo by Michael Longmire on Unsplash

Was bedeutet Altersvorsorge?

In die Altersvorsorge fließen alle Maßnahmen ein, die dazu dienen Rücklagen für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit zu bilden.

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Pflicht und bildet die Grundlage dieser Rücklagen. Selbstständige haben die Möglichkeit sich über die gesetzliche Rentenversicherung oder ein Versorgungswerk für die Zukunft abzusichern.

Jedoch ist allseits bekannt, dass durch den demographischen Wandel, Staatsverschuldungen und Bankenkrisen die Summe immer geringer wird.

Daher hat jeder Bürger die Möglichkeit sich mit der privaten Altersvorsorge zu beschäftigen. Hier gibt es mit der Riester Rente, der Rürup Rente, betrieblicher Altersversorgung sowie fondsgebundenen Rentenversicherungen viele verschiedene Möglichkeiten.

Welche Altersvorsorge für Ihre individuelle Lebenssituation die beste ist, hängt unter anderem von dem monatlichen Sparbetrag, der Risikofreude sowie dem verbleibenden Zeitraum bis zum Renteneintritt ab.

Was allgemeingültig ist - je früher man sich mit dem Thema beschäftigt, desto besser.

Warum ist eine private Altersvorsorge so wichtig?

Insbesondere die jüngere Generation ist nach dem Studium zunächst eher mit der Rückzahlung von Bafög und Studienkrediten als mit dem eigenen Vermögensaufbau beschäftigt.

Bedingt durch den demografischen Wandel steigen zeitgleich die Lebenserwartung und Rentendauer. Das Prinzip der gesetzlichen Rentenversicherung sieht vor, dass die aktuelle Generation von Rentnern, von der jetzigen Arbeitnehmer Generation finanziert wird.

Aufgrund des Rückgangs der Bevölkerung entsteht hier eine Lücke.

Zusätzlich werden nur 18,6% des Bruttolohns in die gesetzliche Rente eingezahlt. Mit einem weniger gut bezahlten oder gar einem Teilzeitjob ist der Beitrag entsprechend gering.

Sollte es nicht möglich sein, sich so die Lebenshaltungskosten zu finanzieren, droht die Altersarmut. Diese Rentenlücke lässt sich mit einem Rentenrechner ganz einfach ermitteln.

Das Ziel privater Vorsorge ist demnach, auch im Alter den Lebensstandard halten zu können. Hierfür werden um die 75% des aktuellen Gehalts benötigt.

Was sind die Top 5 Tipps, um privat vorzusorgen?

Einen Kostenüberblick verschaffen.

Die Grundlage bildet eine detaillierte Übersicht der eigenen Finanzen. Die fixen Kosten bspw. für Kontoführung und Verwaltungen sollten frühzeitig minimiert werden. Es wird empfohlen monatlich mindestens 10% des Bruttoeinkommens für Rücklagen anzusparen. Doch auch ein kleiner Betrag von 25€ monatlich ist besser, als die Altersvorsorge zu vernachlässigen. Der Zinseszins sorgt für ein stetiges Wachstum der Erträge.

Da Frauen von der Altersarmut aufgrund von Teilzeit mehr betroffen sind, ist es für diese besonders wichtig früh zu agieren und sich nicht auf den Partner zu verlassen.

Einen Finanzplan erstellen

Klingt verstaubt, ist aber durchaus sinnvoll. Man sollte sich überlegen, welche Investitionen in den kommenden 5, 10 und 20 Jahren anfallen und wie viel Kapital benötigt wird.

So können die Laufzeiten von Sparverträgen besser kalkuliert werden und das Kapital ist verfügbar, wenn es benötigt wird.

Je nachdem ist es ratsamer Beträge direkt zu investieren oder erst einmal auf einem Tagesgeldkonto sicher verwahren. Das Finanzpolster auf dem Tagesgeldkonto sollte immer mindestens zwei bis drei Nettogehältern entsprechen.

Die betriebliche Altersvorsorge

Auch Betriebsrente genannt, wird sie in Form eines Lohnverzichts direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Hier entstehen für den Arbeitnehmer keinerlei Abschlusskosten, er profitiert sogar von Steuervorteilen.

Meist wird die betriebliche Altersversorgung erst nach einer bestimmten Dauer der Unternehmenszugehörigkeit angeboten. Da der Arbeitgeber die abgeschlossenen Direktversicherungen mit 15% bezuschussen muss, möchte man sich seiner Sache sicher sein.

Die private Rentenversicherung

Die private Rente ist eine langfristige und vor allem flexible Art der Altersvorsorge. Während in der klassischen Rentenversicherung eine feste Verzinsung der Verträge garantiert wird, ist die fondsgebundene etwas risikoreicher.

Fondsgebundene Rentenversicherung bieten die Chance auf hohe Renditen und sind gerade für die jüngere Generation eine gute Wahl.

Kontinuität zahlt sich aus

Ein häufiger Wechsel der Anlageformen ist nicht ratsam. Durch die vorzeitige Kündigung von Verträgen und Neuabschlüssen zu vermeintlich besseren Konditionen kommt es meist zu finanziellen Verlusten. Viele Anbieter und Versicherungen bieten die Möglichkeit, die Sparrate zu verringern oder den Vertrag beitragsfrei zu stellen, sollte man der Zahlung nicht nachkommen können.

Zudem sollten Entscheidungen nie spontan und nur mit viel Überlegung getroffen werden. Insbesondere bei fondsgebundenen Altersvorsorgen sind Kurseinbrüche normal und die Anleger profitieren sogar.

Ein erfahrener, unabhängiger Finanzberater findet in einem Vorgespräch die passende Strategie für die individuelle Lebensplanung heraus. Ein Mix aus verschiedenen Sparformen wird dabei stets empfohlen, um die Risiken zu minimieren.

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