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Wie und wann muss man Motoröl und Ölfilter wechseln

Sie schrauben und werkeln gerne selbst an Ihrem Auto herum? Sie nehmen sogar kleinere Reparaturen vor? Dann bietet es sich, auch das Öl selbst zu wechseln und sich damit den Weg in die Werkstatt zu sparen. Um den Arbeitsaufwand richtig einschätzen zu können, erweist sich eine Checkliste für die Orientierung als hilfreich.

Allgemeine Zeitung

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Grundsätzlich benötigen Sie lediglich vier Utensilien für den Ölwechsel:

- Frisches Motoröl in ausreichender Menge

- Ölablassschraube

- Passender Schlüssel

- Ölauffangbehälter

Zudem ist es ratsam die alten Teile wie Dichtung und Schraube durch neue Elemente zu ersetzen.

Doch zunächst etwas zum besseren Verständnis

Sämtliche Verbrennungsmaschinen werden mit Öl geschmiert. Das schließt natürlich auch den Verbrennungsmotor bei Fahrzeugen mit ein. In diesem wird allerdings auch ein Teil des Öls verbrannt. Die Schmierung muss jedoch erhalten bleiben. Aus diesem Grund kommt ein Ölfilter zum Einsatz. Dieser filtert abgeriebenes Material, Öl und sonstige Schmutzpartikel, wie zum Beispiel Ruß. Der Filter nimmt damit eine wichtige Rolle im Ölkreislauf ein. Schließlich lässt sich das Motoröl damit reinigen und weiterverwenden.

In regelmäßigen Abständen muss der Ölfilter bei Fahrzeugen ausgetauscht werden. Viele Autofahrer entscheiden sich dazu für den jährlichen Austausch. Grundsätzlich sollte dazu die Angabe des Herstellers beachtet werden. Dieser gibt beispielsweise an, dass das Öl alle 15.000 gefahrene Kilometer gewechselt werden sollte. Andere Hersteller geben beispielsweise vor, dass der Ölwechsel erst nach 30.000 gefahrenen Kilometern erforderlich ist. Der regelmäßige Austausch ist wichtig. Insbesondere wenn der Motor hoher Belastung ausgesetzt ist. Dann ist der Ölfilter mit herausgefilterten Partikeln verschmutzt, weshalb er das Öl nicht mehr reinigen kann. Der Motor wird über ein Ventil zwar weiterhin mit Öl versorgt damit ein Motorschaden verhindert wird, allerdings können die nicht gefilterten Schmutzpartikel in den Motor gelangen. Wird der Ölfilter getauscht, wird in der Regel auch gleichzeitig das Öl gewechselt. Einige Modelle setzen dies sogar voraus. Findet der Ölwechsel außerhalb der vorgegebenen Zeit statt, empfiehlt es sich auch gleichzeitig den Ölfilter auszutauschen.

Mögliche Ursachen für den Ausfall des Ölfilters

Eine Ursache für den Ausfall des Ölfilters kann ein Schmiermittel von schlechter Qualität sein. Aber auch unregelmäßig veränderte Verbrauchsteile und Teile schlechter Qualität kommen als Ursache in Frage. Auch wenn Teile falsch oder länger als erlaubt bedient wurden, kann der Ölfilter ausfallen. Falsch eingestellte Komponenten, falsche Filter, falsches Öl, beschädigte oder abgenutzte Dichtungen kommen ebenfalls in Frage. Und nicht zuletzt kann auch eine zu enge Feder eingesetzt sein oder das Auto beschleunigt mit kaltem Motor auf hohe Geschwindigkeiten. Die Komponenten sollten maximal bis zu einem Kilometerstand von 10.000 bis 15.000 Kilometer verwendet werden, wobei das Motoröl etwa zur selben Zeit gewechselt werden sollte.

Motoröl selbst wechseln: So gehen Sie am besten vor

Schritt 1: Zunächst wird der Leerlauf eingelegt und die Handbremse angezogen. Nun schalten Sie den Motor ein und lassen diesen zwei bis drei Minuten laufen. Dabei erwärmt sich das Öl im Motor und nimmt die abgelagerten Schmutzpartikel auf.

Schritt 2: Der Wagen wird nun mit Hilfe einer Hebebühne angehoben. Alternativ können Sie dafür auch Rampen nutzen. Wichtig ist, dass Sie auf einen Wagenheber verzichten, da dieser für den Ölwechsel nicht ausreicht.

Schritt 3: Nun können Sie den Motor ausschalten, sich Zugang zum Motorraum verschaffen und den Öldeckel öffnen.

Schritt 4: Lösen Sie nun die Ölablassschraube am Unterboden Ihres Wagens und stellen Sie vorher ein Gefäß bereit. Diese wird exakt unter der Öffnung positioniert, damit kein ablaufendes Öl auf dem Boden verteilt wird. Alternativ können Sie Ihren Boden auch mit einer Decke oder Zeitungspapier schützen, um sicherzugehen dass nicht daneben geht.

Hinweis: Das Öl ist heiß, weshalb Sie darauf achten sollten, dass es nicht mit Ihrer Haut in Berührung kommt.

Schritt 5: Lassen Sie das gesamte Öl herauslaufen. Im Anschluss können Sie die Unterseite der Ölwanne mit einem Lappen abwischen.

Schritt 6: Nehmen Sie nun die neue Ölablassschraube und den neuen Dichtungsring, um beide Komponenten hineinschrauben. Wichtig ist, dass Sie dabei nicht zu viel Druck ausüben. Füllen Sie nun das neue Öl ein und stellen Sie vorab sicher, wie viel Öl der Hersteller Ihres Wagens empfiehlt. Das Öl sollte sehr langsam aufgefüllt werden. Mit Hilfe des Ölmessstabs sollten Sie zwischendurch immer wieder den Ölstand prüfen, da zu viel Öl den Motor beschädigen kann.

Schritt 7: Der Öleinfüllstutzen wird nun mit dem Deckel verschlossen.

Schritt 8: Jetzt wird der Motor gestartet und geprüft, dass keine Warnlampe leuchtet.

Schritt 9: Prüfen Sie den Ölstand ein weiteres Mal, nachdem der Motor ein paar Minuten lief und füllen Sie wenn nötig. Öl nach!

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