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Der Markt ist wie leergefegt - Handwerker und Kunden leiden unter Materialmangel

Über mangelnde Aufträge können sich Handwerk und Industrie derzeit nicht beklagen. Im Gegenteil. Vieles was während der Corona-Pandemie aufgeschoben wurde, wird jetzt beauftragt. Viele Aufträge können jedoch aktuell nicht zeitnah ausgeführt werden. Wer einen Handwerker bestellen will, muss im Durchschnitt mehr als zwei Monate warten. Hinzu kommen extrem gestiegene Bau- und Handwerkerpreise.

Allgemeine Zeitung

Foto: Bild von Foto-Rabe auf Pixabay

Der Grund ist ein weitreichender Materialmangel an allen Ecken und Enden, wie es ihn in Deutschland allenfalls nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gegeben hat. Besonders betroffen sind Handwerksbetriebe, die mit Holz oder Styrol-Produkten wie zum Beispiel Dämmungen arbeiten.

Betroffen ist auch die Industrie, die oft wochenlang auf Vorprodukte warten muss.

Im privaten Sektor müssen Kunden müssen nicht nur lange auf einen Handwerker warten, sondern zum Teil auch bis zu 30 % mehr für die Aufträge bezahlen, so zum Beispiel für Zimmer- und Holzbauarbeiten. Rohbauarbeiten, bei denen Stahlbeton und Holz verwendet werden, sind durchschnittlich 7 % teurer geworden. Auch Betonarbeiten verteuerten sich gegenüber dem Vorjahr um 7 % und Dachdecker- und Klempnerarbeiten um 8 %. Entsprechend den Preiserhöhungen für Bauarbeiten erhöhten sich auch die Immobilienpreise. Wer an den Preisschwankungen von Rohstoffen partizipieren will, kann sich bei https://www.trading-fuer-anfaenger.de/cfd/ informieren, welche Finanzprodukte und Online-Broker infrage kommen.

Was sind die Ursachen für den Materialmangel in Deutschland?

Zunächst einmal ist der aktuelle Materialmangel in Handwerk und Industrie kein rein deutsches Problem, sondern ein weltweites. Die Hauptursache ist die Unterbrechung der Lieferketten während der Corona-Pandemie. Zusammen mit einer in vielen Ländern gestiegenen Nachfrage kam es in der Folge vielfach zu einem Leerlaufen der Lagerbestände.

Vor allem in den USA und in China ist die Nachfrage riesig, da die Wirtschaft in den beiden Ländern wieder kräftig wächst. Die Firmen in diesen Ländern sind daher gezwungen, verstärkt Rohstoffe und Materialien zu importieren und letztlich auch bereit, viel mehr Geld auf den Tisch zu legen, um die gestiegene Nachfrage befriedigen zu können. Beim Holz zum Beispiel konnte auch der eine oder andere Händler beziehungsweise Produzent hierzulande nicht widerstehen und hat seine Bestände ins Ausland abverkauft.

Ein weiterer Faktor für die Knappheit beim Material war der im Suez-Kanal auf Grund gelaufene Frachter „Evergreen“ und der dadurch entstandene Stau mit tausenden Schiffen dies und jenseits des Kanals

Beim Styrol, das in Dämmstoffen, in der Autoindustrie, aber auch in anderen Industriezweigen wie für Joghurtbecher verwendet wird, kam es nach Stilllegungen und Ausfälle fast aller Raffinerien in Texas nach dem Wintersturm zu einem Produktionsausfall in einem der wenigen Styrol-Werke in den Niederlanden zu Lieferverzögerungen, nachdem kein Erdöl als Grundstoff für die Produktion mehr eingetroffen war. Der Brand im BASF-Chemiewerk in Ludwigshafen, hat ebenfalls dazu geführt, dass viele Vorprodukte nicht in ausreichender Menge produziert werden konnten.

Staaten müssen umdenken

Schon wenige Ereignisse wie der Ausfall von einzelner Lieferketten oder die Störung in einem einzigen Werk können zu einer weltweiten Materialkrise führen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm. Verbraucher müssen wesentlich tiefer in die Tasche greifen, Handwerker können Aufträge nicht ausführen, das Wirtschaftswachstum insgesamt wird ausgebremst. Das ist ein Grund für ein regulierendes Eingreifen des Staates, um solche Engpässe in Zukunft zu verhindern oder die Folgen solcher Ereignisse zumindest mindern zu können. Es ist beispielsweise nur schwer verständlich, dass Produkte verstärkt exportiert werden, wenn gleichzeitig die Produktion im eigenen Land auf Sand läuft. Die Firmen sollten auch überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, wieder Lagerbestände aufzubauen, anstatt voll auf eine Just-in-Time-Produktion zu setzen.

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