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Kommentar

Weil jedes noch so kleine Risiko zu groß ist: Vorfahrt für Geimpfte

Die Corona-Zahlen schießen in die Höhe, der Bund plant neue Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Dass Geimpfte hierbei mehr Freiheiten bekommen müssen als Ungeimpfte, liegt auf der Hand. Ein Kommentar. 

Von Elmar Ries

Rund 50 Prozent der Deutschen sind vollständig geimpft. Zu wenig, um die Corona-Pandemie wirkungsvoll einzudämmen. Foto: dpa

Dass die Debatte um Impfpflicht und mögliche Einschränkungen für Vakzin-Verweigerer in dem Maße hochkocht, in dem die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt, liegt auf der Hand. Jetzt  also ist es so weit: ­Sollen Nicht-Geimpfte Einschränkungen in Kauf nehmen müssen? Angesichts der aktuellen Impf-Lethargie erhitzt die Frage die Gemüter.

Dabei ist die Antwort naheliegend. Wer erwachsen ist und die Corona-Impfung verweigert, obwohl er geimpft werden könnte, muss damit leben, nicht ins Stadion oder bei extremer Inzidenz abends nicht mal mehr in die Kneipe gehen zu können. Weil zur Pandemie-Bekämpfung ­ansonsten alle und damit auch die Geimpften Einschränkungen hinnehmen müssten, damit sich die Ungeimpften nicht infizieren. Das wäre eine verkehrte Welt.

Wer so vorgeht, baut natürlich Druck auf. Auf die Menschen – und auch auf’s Regierungsversprechen, wonach es keine Impfpflicht geben wird. Dass damit die Impfpflicht durch die Hintertür etabliert wird, ist natürlich eine Mär. Wer sich gegen Corona impfen lässt, schützt sich und andere maximal. Wer das nicht tut, bleibt ein Risiko, auch wenn er negativ getestet ist. Die vierte Corona-Welle schwappt heran. Mit Blick auf die vielen Verwerfungen, die die vergangenen drei Wellen über uns brachten, ist jedes noch so kleine Risiko viel zu groß.

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