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Steuerskandal

«Cum-Ex»-Schlüsselfigur Berger in der Schweiz festgenommen

Frankfurt/Main (dpa)

Er galt als eine der Schlüsselfiguren in der «Cum-Ex»-Affäre. Nun ist der Steueranwalt Hanno Berger in der Schweiz festgenommen worden. Wird er nach Deutschland ausgeliefert?

Von dpa

Ein Rechtsanwalt des Hauptbeschuldigten Hanno Berger mit eine Akte mit der Aufschrift «Dr. Berger». Foto: Boris Roessler/dpa/Archiv

Der als Architekt von «Cum-Ex»-Aktiendeals zu Lasten der Staatskasse gesuchte Anwalt Hanno Berger ist nach Justizangaben in der Schweiz festgenommen worden.

«Die Schweizer Behörden haben uns mitgeteilt, dass der vor dem Landgericht Wiesbaden Angeklagte auf unser Auslieferungsgesuch hin in der Schweiz festgenommen wurde», sagte ein Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft und bestätigte damit einen Bericht des «Handelsblatts». Gegen Berger lag ein Haftbefehl des Landgerichts Wiesbaden vor.

Nach Angaben des schweizerischen Bundesamtes für Justiz wurde Berger am 7. Juli im Kanton Graubünden festgenommen. Er habe bei einer Vernehmung erklärt, dass er sich der Auslieferung widersetzen wolle. Das Auslieferungsverfahren sei nun beim Bundesamt für Justiz anhängig, teilte das Amt auf Anfrage der dpa mit. Gegen einen Bescheid des Amtes könne Beschwerde eingelegt werden. Der Fall könne bis vor das Bundesgericht gehen.

Mehrere Staatsanwaltschaften und Gerichte bundesweit ermitteln seit Jahren, um einen der größten Steuerskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte aufzuklären. Seit März läuft ein Prozess vor dem Landgericht Wiesbaden, in dem es auch um Bergers Rolle geht.

Verhandelt wird dort über die Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gegen zwei ehemalige Mitarbeiter der Hypovereinsbank (Az.: 6 KLs - 1111 Js 27125/12). Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Angeklagten Steuerhinterziehung mithilfe eines komplexen Systems vor. Berger, der die Vorwürfe abstreitet, sei die «treibende» Kraft gewesen. Berger erschien allerdings nicht zu dem Prozess, das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt.

Bergers Anwalt Kai Schaffelhuber hatte zum Auftakt des Wiesbadener Prozesses gesagt: «Eine Auslieferung nach Deutschland kommt nicht in Betracht.» Dafür sei entscheidend, wie die Schweiz die Sachlage einschätze. In Wiesbaden sei Berger nicht erschienen, da er nicht ordnungsgemäß geladen worden sei. Bergers Verteidiger Sebastian Gaßmann ergänzte seinerzeit, schon die Androhung von Zwangsmaßen verletze die Souveränität der Schweiz. Zudem sei Berger «hospitalisiert», sagte Gaßmann mit Blick auf Bergers Gesundheit.

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