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Kommentar

Die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde: Zahlen, bitte!

Ungeimpfte haben künftig echte Nachteile. Sie müssen sich ab einer Inzidenz von 35 testen lassen, wenn sie ins Kino oder in die Kneipe, ins Konzert oder die Kirche wollen - und das auch noch bezahlen. Das rückt faktisch nah an eine Impfpflicht, ist im Kampf gegen die Corona-Pandemie aber wichtig und richtig. Ein Kommentar.

Von Elmar Ries

Corona-Tests werden für Ungeimpfte künftig bei mehr Anlässen notwendig – und kostenpflichtig. Foto: dpa-Zentralbild

Vergleichsweise zügig haben sich die Länderchefs gestern mit Kanzlerin Merkel auf weitere Maßnahmen im Kampf gegen das ­Coronavirus verständigt. Tests müssen künftig bezahlt werden; ab einer Inzidenz von 35 werden sie verpflichtend für diejenigen, die sich einer Impfung verweigern. Beides ist richtig – und wichtig im Kampf gegen die Pandemie.

In den vergangenen Runden hatten sich die Regierungschefs nicht mit Ruhm bekleckert. Erst versuchten sie, die Folgen der Virus-Krise auszusitzen, dann beschlossen sie im Konzert eher mutlose Anti-Corona-Maßnahmen, um sie danach eilends auf der Landesebene wieder zu kassieren. Das waren Minderleistungen par ­excellence – am ­Ende platzte selbst der dauer-unaufgeregten Kanzlerin die Hutschnur. Die Quittung fürs unselige Vorbeiregieren: Die Inzidenzwerte schossen durch die Decke.

Das soll diesen Herbst nicht erneut passieren. Auch wenn die Zeichen längst wieder auf Sturm stehen, obschon viele Menschen geimpft sind. Bleibt zu hoffen, dass die Länderchefs diesmal Pohl halten. Mehr Freiheiten für Geimpfte, weniger für diejenigen, die sich der Immunisierung verweigern: Faktisch rückt das nah an einen Impfzwang. Gemessen an den Einschränkungen im Lockdown ist es jedoch nichts, außer im höchsten Maße gerecht.

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